26. Juni 2008
Diese rote Rebsorte, die wahrscheinlich von Sizilien stammt, aber dort inzwischen nur noch vereinzelt angebaut wird, hat ihren Namen von dem dunkelroten, fast schwarzen Wein, der aus ihr gekeltert wird, erhalten.
Nero d’Avola heißt übersetzt “Schwarzer aus Avola”. Der Wein wird aber auch „Principe Siciliano“ (”Sizilianischer Prinz”) genannt, da er hervorragende Eigenschaften in sich vereint. Nicht nur die bezaubernde dunkelrote Farbe mit lila Reflexen, sondern auch das fruchtige Aroma und der Duft nach roten Früchten (nach Kirschen) machen ihn zu einem Wein, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Inzwischen wird er auch immer weniger mit Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah verschnitten, sondern eher sortenrein verwendet.
Der Nero d’Avola ist perfekt für melancholische Sommerabende und spätsommerliche Tage geeignet.
30. April 2008
Was ist eigentlich das Besondere der Weinrebe gegenüber einem Obstbaum zum Beispiel? Zwei Punkte sind hervorzuheben:
1) Weinrebe = Zuckersammler
Die Weinrebe ist in der Lage, enorme Mengen von Zucker zu bilden und in ihren Beeren zu speichern. Sie wird als die am stärksten zuckersammelnde Obstpflanze der Welt bezeichnet. Im Gegensatz zu Obstsorten wie Apfel und Birne, deren Früchte nur ca. 12 % Zucker enthalten, bestehen die Trauben aus ca. 15 bis 25 %.
2) Weinrebe = zähe, anpassungsfähige Pflanze
Aufgrund der starken und tiefen Wurzelbildung der Weinpflanzen überleben sie in den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Sowohl in kühlen Anbaugebieten (z.B. Mitteldeutschland) als auch in extrem heißen, trockenen Landstrichen (z.B. die spanische Ribera del Duero) reifen Weintrauben. Die Weinrebe ist eine sehr genügsame und anpassungsfähige Pflanze.
Sollten Sie nun mal wieder einen lieblichen Wein probieren wollen, dann sei Ihnen der „La Fleur QbA 2006“ vom Weingut Studier empfohlen. Er hat ein zugleich liebliches und würziges Bukett nach Muskat, Honig und Rosenblüte. Durch seine dezente Säure schmeckt er nicht einfach süß, sonder eignet sich hervorragend zum Ausprobieren lieblicher Weine.
19. März 2008
Im Jahr 1925 gelang dem Professor Abraham Izak Perold an der Universität Stellenbosch
in Südafrika eine hervorragende Weinneuzüchtung: die Pinotage-Trauben. Sie entstanden durch eine Kreuzung von Pinot Noir und Cinsaut. Zur Vermarktung des heute überaus beliebten Pinotage kam es jedoch erst Anfang der 1960er Jahre durch die Stellenbosch Farmer’s Winery. Den südafrikanischen Winzern gefiel, dass die Trauben der Pinotage-Sorte früh reiften und dass relativ einfach ein hoher Zuckergehalt erreicht werden konnte. Der Geschmack des frisch gekelterten Weins erinnerte jedoch an Aceton und war deswegen nicht beliebt.
1987 erhielt der Pinotage seine zweite Chance: Ein in dem Jahr vom Diner’s Club initiierter Wettbewerb beschäftigte sich mit den Pinotage-Sorten und kürte den Pinotage von Beyers Truter in Kanonkop / Südafrika als Sieger.
Weinliebhaber suchten als Reaktion auf diese Ehrung die Piontage-Flaschen in ihren Kellern und waren von dem Geschmack nach Beeren, Banane und Schokolade, der durch die mehrjährige Lagerung entstanden war, angenehm überrascht.
Internationale Anerkennung erfuhr der Pinotage aus Kanonkop dann 1991 auf der “International Wine and Spirits Competition” in London.
Die Pinotage-Weine, die nur in Südafrika hergestellt werden, sind für eine längere Lagerung geeignet, denn sie entwickeln erst mit der Zeit ihren unvergleichlichen Geschmack.
Zu empfehlen ist zurzeit zum Beispiel der 2004er Jackson Pinotage aus der Gegend um die „Walker Bay“ in Südafrika. Dieser vorzügliche Rotwein, erzeugt von Peter Kastner, ist in französischen Barrique-Fässern 11 Monate gereift und verführt mit einem intensiven Kirsch- und Schokoladenaroma und einem Duft nach weißem Pfeffer und Ingwer. Er hat einen Alkoholgehalt von 14,5% und kann bis 2010 gelagert werden.