6. März 2009

Michelangelo International Wine Award - Verkostung südafrikanischer Weine

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 13:42

Im Jahr 1997 wurde erstmals der “Michelangelo Internation Wine Award” im südafrikanischen Johannesburg verliehen. Der Preis wurde von Lorraine Immelman - Weinliebhaberin und Marketingspezialisten gleichermaßen - ins Leben gerufen. Grund dafür war, dass es in Südafrika noch keine unabhängigen Preisverleihungen für lokale Weine gab. Die bis dahin ausgezeichneten Weine waren von Juries, die sich allein aus südafrikanischen Winzern und Verkostern zusammensetzten, bewertet worden. Nicht selten wurde kritisiert, dass so keine objektive, international anerkannte Einschätzung der Weine vorgenommen werden könne. Mit dem Michelangelo Award änderte sich dies, denn die Jury setzt sich aus internationalen Weinkennern zusammen. Meist sind nur noch 1 bis 2 südafrikanischer Vertreter dabei. Die Kategorien sind sehr breit - es werden die verschiedensten Rot- und Weißweine verkostet und prämiert, aber auch Sekt bzw. Prosecco, Desertwein und Brandy.
Einer der Silber-Gewinner des Michelangelo Wine Award ist jetzt im Wein-Shop Ebrosia erhältlich: Der Cape Station Cabernet Sauvignon Merlot (Jg.: 2006) erhielt die begehrte Trophäe, obwohl Winzerin Edith Hanne ihn erst seit kurzem kelterte. Der Cape Station Cabernet Sauvignon Merlot 2007 zeichnet sich durch eine rubinrote Farbe, ein fruchtiges Bouquet und erlesene Aromen von Brombeer und einem Hauch Mokka aus.
Eine exzellente südafrikanische Rotwein-Cuvée, die glücklicherweise auch in Deutschland erhältlich ist.

1. Dezember 2008

Weinverkostung im Internet auf bottleplot

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 10:18

Auf www.bottlelpot.de verkostet Marlene in regelmäßigen Abständen Weine. Über ihre Geschmackserlebnisse kann man nicht nur lesen, sondern sie auf dem Video mit eigenen Augen mitverfolgen. Marlene ist nicht um Worte verlegen, sondern plaudert munter drauf los - über die Herkunftsregion des Weins, seine Farbe, seinen Duft und das Aroma. Ihre Kommentare sind sehr interessant und können sicherlich bei der Suche nach einem neuen Wein hilfreich sein.
Zuletzte verkostete Marlene einen weißen und einen roten Pecorino und aß dazu den gleichnamigen Käse.
Fazit: Eine amüsante und ab und zu auch recht lehrreiche Verkostung.

30. Oktober 2008

Ökotest mit Weinen vom Discounter

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 10:34

Viele Deutsche geben sich mit einem relativ preiswerten Wein (80% kaufen Wein mit Preisen unter 3,50 Euro) von Aldi, Lidl oder Plus zufrieden, ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung. Öko-Test wollte deswegen in einer Untersuchung im Jahr 2007 wissen, wie die in Discountern angebotenen Weine schmecken und ob sie Schadstoffe enthalten. Professionelle Sensoriker verkosteten jeweils 7 deutsche, französische und italienische Rotweine. Außerdem prüften sie ob eines der über 400 verschiedenen Pestizide oder das Schimmelpilzgift Ochratoxin A in den Weinen vorzufinden war.

Insgesamt erhielten 2/3 der verkosteten Weine ein gutes Urteil. 1/3 der Weine überzeugte entweder aufgrund des Geschmacks nicht oder sie beinhalteten Schadstoffe. Gerade bei zwei der sogenannten “Bio-Weine” (Nero D’Avola Sicilia 2005, Bio I.G.T. und Sangiovese di Romagna D.O.C. 2005, Bio) war ein pestizidrückstand enthalten. Der Merlot 2005 Marchais V.D.P. (Netto) enthielt erhöhte Mengen des Schimmelpilzgifts Ochratoxin A.

Bei allen Weinen stimmte der Zuckerhalt mit der Bezeichnung trocken oder halbtrocken überein. Auch die Höchstwerte für schwefelige Säure wurden nicht überschritten.
Den meisten Weinen der Supermarktketten mit Niedrigpreisen kann vertraut werden. Sie bieten ein unkompliziertes Geschmackserlebnis und halten sich an die Richtwerte für Schadstoffe. Für besondere Anlässe oder den Einkauf von Bio-Weinen lohnen sich jedoch Weinhandlungen.

Quelle: Öko-Test, http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?suchtext=wein&doc=62979&pos=0&splits=0:1633, Zugriff: 30.10.08

24. Oktober 2008

Der Weintest der Zeitschrift Capital

Kategorie: Aktionen, Weinbewertung — Ulrike @ 17:43

Die Zeitschrift Capital ist eigentlich für Finanz- und Wirtschaftsnachrichten bekannt. Doch was nicht zu viele wissen: sie veranstaltet auch Weinverkostungen. So wurden auch 2008 wieder aus 2000 für den Weintest eingesandten deutschen Weinen 400 Finalisten gekürt, die dann im April 2008 von einer 25-köpfigen Jury blind verkostet wurden.
Die besten Weine der jeweiligen Kategorie können noch einmal hier nachgelesen werden.
Sollten Sie gern einmal den Versuch wagen und den ein oder anderen ausgezeichneten deutschen Wein “nachverkosten” wollen, dann probieren Sie am besten das Kennenlernpaket bei Gourmondo. In dem Paket sind die 6 folgenden, deutschen Weißweine enthalten:
* Weißwein Weingut Porzelt Gleiszeller Kirchberg, Silvaner Kabinett 2007
* Weißwein Weingut Seebrich Niersteiner Heiligenbaum, Riesling Kabinett 2007
* Weißwein Weingut Winter Silvaner QbA 2007
* Weißwein Weingut Bernhart Chardonnay Kabinett 2007
* Weißwein Weingut Manz Grauburgunder Spätlese, Alte Reben 2007
Gerade für Weinliebhaber, die erst jetzt den Genuss an deutschen Weißweinen wiederentdeckt haben, ist dieses Gourmondo-Paket genau die richtige Wahl.

14. Oktober 2008

Robert Parker’s Mann in Deutschland: David Schildknecht würdigt deutschen Riesling

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 06:34

Robert Parker gilt als der “Guru” unter den Weinkritikern schlechthin. Er ist weltbekannt und seine Bewertungen entscheiden nicht selten über die weitere Entwicklung eines Weinguts bzw. über die preisliche Entwicklung des ausgezeichneten Weins. Natürlich kann er nicht alle Verkostungstermine selbst wahrnehmen, sondern wird von seinen Vertrauenspersonen vertreten. Für Deutschland und Österreich ist das David Schildknecht. Im Frühling 2008 verkostete er zusammen mit vielen weiteren namhaften Weinkritikern deutsche Rieslinge. Schildknecht war  überwältigt und in der neusten Ausgabe des Parkerschen “Wine advocats” waren den deutschen Rieslingen dann entsprechend viele Seiten gewidmet. Für den Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter schrieb er nach der Verkostung die folgenden Dankesworte:

“Herzlichen Dank an alle Winzer für eine unvergessliche Verkostung. Als einer der über Wein schreibt, muss man sich wirklich demütig verhalten gegenüber solcher Komplexität:  Die Weine bringen immer noch das gleiche Vergnügen wie junge Rieslinge. Und das ist diese Verbindung von Komplexität des Alters mit jugendlicher Frische und Saftigkeit, Primärfruchtigkeit, das ist etwas, was nur Riesling kann und was nur Sie können. Herzlichen Dank.”

Der amerikanische Markt ist für deutsche Qualitätsweine sehr wichtig. Sicherlich wird der VDP angesichts so viel Lobs die deutschen Rieslinge in Zukunft verstärkt bewerben.

Zitatquelle: VDP, http://www.vdp.de/qualitaetsversprechen/riesling/; Zugriff: 08.10.08

11. September 2008

Weinbewertungssysteme - Punkteskala oder doch lieber Degustationsnotizen?

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 10:51

Man kann Weinbewertungen nicht nur nach verschiedenen Weinverkostern, wie zum Beispiel dem berühmten Robert Parker, unterscheiden, sondern allgemeiner nach zwei Weinbewertungssystemen: wird eine Punkteskale genutzt oder legt der Verkoster Notizen an. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Die Punkteskalen bieten eine bessere Vergleichbarkeit zwischen der großen Auswahl an Weinen. Allerdings muss man als Weintrinker den Geschmack des jeweiligen Verkosters, der die Punkte vergibt, teilen. Ansonsten ist die Einordnung der Weine in die jeweilige Skala für den Weintrinker ohne Aussagekraft. Zum Beispiel bewertete Robert Parker den Rosé-Wein Valleclaro Rosado 2007 mit 90 Parker-Punkten. Das haben nur wenige andere Rosés geschafft. Weintrinker, die auf das Urteil von Weinkritiker Parker vertrauen, können den Wein ohne Bedenken kaufen und sich auf ein für sie angenehmes Geschmackserlebnis freuen. Weingenießer, die mit den “Noten” Parkers nicht 100%-ig übereinstimmen, werden hingegen genauer hinsehen, wie das Aroma, die Nase und der Abgang des jeweiligen Weines ist. Hier kommen also die Degustationsnotizen ins Spiel. Mit möglichst anschaulichen Adjektiven versuchen die Weinverkoster das Typische, Prägnante des Weins zusammenzufassen und mit ihrer Anhängerschaft zu teilen. So können die Weine zwar nicht mehr so einfach miteinander in ihrer Qualität verglichen werden, aber der Weintrinker kann durch die Beschreibungen den speziell für ihn geeigneten Wein heraussuchen.

21. August 2008

Weinbewertungssysteme: Robert Parker vs. Golo Weber

Kategorie: Weinbewertung — Ulrike @ 10:01

Beide Weinkritiker, sowohl Robert Parker als auch Golo Weber, verstehen sich als Spezialisten auf dem Gebiet der französischen Weine aus der Region Bordeaux. Sie suchen, verkosten und bewerten - jedoch jeweils mit ihrem eigenen Weinbewertungssystem. Während die Parker-Punkte weltbekannt sind, steckt das Punktesystem von Golo Weber noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen. Man könnte sagen, dass es erst in Reaktion auf das Parker-Weinbewertungssystem entstanden ist. Der Grund dafür ist, dass die Weine, die von Robert Parker mit bis zu 100 Parker-Punkten ausgezeichnet werden, enorme Preise erzielen. Eine Flasche Rotwein “Château Quinault l’Enclos Saint-Emilion Grand Cru 1999″ kostet beispielsweise über 100 Euro und befindet sich mit diesem Betrag noch am unteren Ende der Skala an möglichen Preisen. So hat Golo Weber beschlossen, in sein Bewertungssystem ebenfalls den Preis des Weines einfließen zu lassen. Das bedeutet, dass ein Wein, der durch die Parker-Bewertung einen großen Preisanstieg erfahren hat, es nicht mehr in die Top-Auswahl von Weber schaffen kann. Zur Promotion der Spitzenweine hat Golo Weber den Versandhandel “Weinfundus” aufgebaut. Hier bietet er nur diejenigen Weine an, die in seinem Bewertungssystem über 90 Punkte erreicht haben. Weinliebhaber können sich einen großen Genuss versprechen, ohne empfindlich tief in die Tasche greifen zu müssen.